Haus am Lousberg

Aachen 2019
Neubau eines Mehrfamilienhauses

Beispiel einer innerstädtischen Nachverdichtung in Zeiten knappen Wohnraums

Ungewöhnlich viele unversehrte gründerzeitliche Häuser säumen diese Straße Aachens. Ihre historischen, reich verzierten Fassaden, eine Freude jedes Stadtbewohners. Wer würde hier nicht gerne wohnen?

Lange stand ein mächtiger Bunker aus dem 2. Weltkrieg auf der anderen Straßenseite. Mit den Jahren zugewachsen und dank seiner ungeheuren Masse eigentlich nicht mehr wegzudenken. Erst findige Projektentwickler forcierten mit wachsendem Bevölkerungszuzug dessen Abriss, so dass auf dieser Brache ein Stück Stadt zurückkehren konnte. Aber was haben wir der Stadt von gestern entgegen zu setzen?

Vielleicht ein Haus mit einer solide gemauerten Fassade in der Tradition der europäischen Stadt. Neben dem weitaus größeren Projekt der Investoren, dass den gesamten Mittelteil des Straßenblocks einnimmt, verblieb ein Restgrundstück unserer Bauherren. Als Antwort auf dessen zur Verfügung stehende Breite betont ein turmartiger Risalit die Vertikale des Hauses. Ein Sockel aus hellem Klinker, französische Fenster und Loggien mit eisernen Geländern sind Elemente einer städtischen Architektur, das rot verputzte Haus ein Baustein der Stadt auf privater Parzelle. Zur Hofseite fällt das Gelände steil ab und führt zu zwei weiteren Geschossen. Eine emporwachsende, gestaffelte Rückseite lässt Raum für großzügige Loggien und Balkone, ganz oben liegt eine zurück versetzte Mansarde mit Blick auf Aachen.

Über eine gemeinschaftliche Tiefgarage und einen Personenaufzug erreichen die Bewohner das Haus auch mit dem Auto. Die Wohnungsgrundrisse sind universell nutzbar. Paare, Familien mit Kindern und eine Wohngemeinschaft haben das Haus bezogen.

Aachener Blaustein für die Böden in den öffentlichen Treppen und Fluren und als Stein für die Sohlbänke der Straßenfassade stärken den regionalen Bezug. Die Farbgebung orientiert sich an der umgebenden Bebauung.

Fotos: Christian Eblenkamp